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Wetterleuchten im TU Hauptgebäude

Wir berichten heute über ein schönes und außergewöhnliches Projekt, das bereits im Jahr 2008 fertiggestellt wurde. Die Baupiloten, eine Gruppe von Studierenden der TU Berlin Fakultät Planen Bauen Umwelt, haben im Rahmen eines Masterplans für die Umgestaltung des Hauptgebäude der TU Berlin eine neue Cafeteria gebaut. 

Wir berichten heute über ein schönes und außergewöhnliches  Projekt, das bereits im Jahr 2008 fertiggestellt wurde. Die Baupiloten , eine Gruppe von Studierenden der TU Berlin Fakultät Planen Bauen Umwelt, haben im Rahmen eines Masterplans für die Umgestaltung des Hauptgebäude der TU Berlin eine neue Cafeteria gebaut. Die Leitung des Projektes übernahm die freie Architektin Susanne Hofmann, die Algonet Objekteinrichtung hat die passende Bestuhlung geliefert.

Die Cafeteria verbindet die beiden inneren Lichthöfe des denkmalgeschützten Gebäudes aus dem 19. Jahrhundert und gibt ihnen eine neue Nutzung. Schon vom Foyer der TU und durch die Fenster der Innenhöfe ist ihre markante, leuchtende Decke sichtbar. Für die Einrichtung der Cafeteria musste der Raum zwischen den Lichthöfen zunächst komplett entkernt und die Gebäudeerschließung in diesem Bereich neu organisiert werden. Die Küchen für die Speisezubereitung und zum Spülen des Geschirrs konnten in angrenzenden Räumen untergebracht werden, so dass der zentrale Raum gänzlich als Speiseraum und für die Essensausgabe genutzt werden kann.

Die Thekenanlage, die direkt an die Küchenräume anschließt, teilt den Speiseraum diagonal, so dass eine fest eingebaute Sitzlandschaft wie ein gefaltetes, ungleich breites elfenbeinfarbenes Band an beiden Seiten der Diagonale durch den Raum verläuft und auch in den Innenhöfen weiter geführt wird. Hier verläuft es gezielt durch die sonnigen Bereiche der sonst schattigen Höfe und unter Bäumen. Frei aufgestellte Tische und Stühle ergänzen die Sitzlandschaft. Die Theken sind aus dem gleichen Material gefertigt wie die Sitzlandschaften. Die Edelstahleinbauten wie Vitrinen und Kühlmulden sind darin gestalterisch eingebunden worden. Am Tresen stehen außerdem Barhocker für einen schnellen Kaffee bereit.

Die Deckenverkleidung besteht aus acht tropfenförmigen leuchtenden Textilelementen (Lichttropfen), die sowohl die Grundbeleuchtung des Raumes, als auch eine gezielte Lichtversorgung der Tische sicherstellen. Die „Deckentropfen“ brechen die gestalterische Dominanz der konstruktiven Unterzüge im Raum und bilden mit der Sitzlandschaft sowie der Thekenanlage eine räumliche Einheit. Die Form der Lichttropfen ergibt sich aus dem Kräfteverlauf des auf Zug beanspruchten Textils. Ihre Unterseiten wurden aus einem weißen leicht transparenten Kunstrasen gebildet, der nicht nur Licht verbreitet, sondern auch die Raumakustik reguliert.

Die Jahreszeit bestimmt die Farbe der Lichttropfen. Je wärmer die Außentemperatur ist, umso kühler ist ihre Lichtfarbe und je kälter es draußen ist, desto wärmer leuchten sie im Inneren der Cafeteria. Im Winter haben sie also warme Rot- und Orangetöne und wirken wie Feuertropfen. Im Sommer erfrischen sie mit einem kühlen blaugrünen Licht  und schaffen ein Himmelsleuchten. Im Frühjahr und im Herbst mischen sich die Farben. Das sanfte Grün der hinteren Raumzone unterstreicht durch seine komplementäre Wirkung das winterliche Rot und wirkt zusätzlich kühl im Sommer. Nach der Tageszeit wird durch eine besondere Lichtsteuerung die Helligkeit im Raum geregelt: Die Leuchten im Boden der Lichttropfen, sie sind direkt nach unten auf die Tische gerichtet, werden durch einen Tageslichtsensor gesteuert. Die unterschiedliche Beleuchtung durch die „Deckentropfen“ beeinflusst auch die gefühlte Raumhöhe.

Die in warmen Rot- und Orangetönen gehaltenen, beweglichen Einrichtungsteile wandern bei angenehmem Klima als sogenannte Klimawanderelemente in die Lichthöfe und lassen die fest montierte Sitzlandschaft im Innenraum angenehm leer und kühl zurück. Dazu gehören auch die Wanderhocker aus den Aussparungen in der Sitzlandschaft und die Tabletts mit den Wandergewürzen in den Kräutertöpfchen. Sie sind alle im Farbspektrum von rot bis orange gehalten. 

Wir bedanken uns bei Frau Marlen Weiser von den Baupiloten für die Möglichkeit der Veröffentlichung dieses spannenden Projektes und bei Herrn Jan Bitter , dem Fotografen der beiden professionellen Fotos, der sie uns zur Nutzung für diese News überlassen hat. Wir wünschen allen Projektbeteiligten einen nachhaltigen Erfolg und weiterhin kreative Ideen für anspruchsvolle Herausforderungen.

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